Pflegeheim in Schleswig-Holstein: wenig Pflegeanteil, viel Gebäude
Zwischen Nord- und Ostsee kostet die Pflege im Heim wenig, das Gebäude dafür viel. Warum das Land deshalb im ersten Jahr günstig, auf Dauer aber nur Mittelmaß ist.
Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Eigenanteil pro Monat, Schleswig-Holstein
3.148 €
im 1. Aufenthaltsmonat, Zuschlag 15 %
| Pflege (EEE) nach Zuschlag | 1.515 € |
|---|---|
| Unterkunft und Verpflegung | 1.060 € |
| Investitionskosten | 573 € |
| Pflegekasse zahlt ans Heim | 1.586 € |
| Monatliche Lücke nach Rente | 1.548 € |
| Ersparnis reicht bis zum Schonbetrag | 21 Monate |
| Eigenanteile der nächsten 36 Monate | 102.625 € |
| 1. Jahr (15 %) | 3.148 € |
|---|---|
| 2. Jahr (30 %) | 2.880 € |
| 3. Jahr (50 %) | 2.524 € |
| 4. Jahr (75 %) | 2.079 € |
Rechenweg Schritt für Schritt
- vdek-Durchschnitt Schleswig-Holstein am 1. Juli 2026: EEE 1.782 € (davon Ausbildung 76 €), Unterkunft und Verpflegung 1.060 €, Investitionskosten 573 €.
- Aufenthaltsmonat 1: Leistungszuschlag 15 % auf den EEE = 267,30 € (§ 43c).
- Eigenanteil = 1.514,70 € + 1.060 € + 573 € = 3.147,70 €.
Schätzung mit den Beträgen des SGB XI für 2026. Verbindlich ist allein der Bescheid Ihrer Pflegekasse. So rechnen wir
Schleswig-Holstein hat am 1. Juli 2026 den zweitniedrigsten Pflegeanteil aller Länder: 1.782 € im Monat vor dem Zuschlag der Pflegekasse, darin nur 76 € Ausbildungsumlage, die niedrigste in Deutschland (vdek). Unterkunft und Verpflegung kosten 1.060 €, etwa so viel wie im Bund, die Investitionskosten aber 573 €, deutlich mehr als im Bundesschnitt von 521 €. Im ersten Jahr ergibt das 3.148 € im Monat, Platz 13 unter den 16 Ländern und damit eines der günstigeren. Weil der Leistungszuschlag nur den kleinen Pflegeanteil verringert, sinkt der Eigenanteil bis zum vierten Jahr nur auf 2.079 €; dann entfallen 79 % auf Unterkunft, Verpflegung und Investitionen. Im benachbarten Hamburg beginnt der Eigenanteil bei 3.481 €, in Mecklenburg-Vorpommern bei 3.032 €. Seit Januar 2026 ist er in Schleswig-Holstein um 111 € gestiegen.
Wie sich der Eigenanteil zusammensetzt
| Jahr | Pflegeanteil nach Zuschlag | Unterkunft und Verpflegung | Investitionskosten | Eigenanteil |
|---|---|---|---|---|
| 1. | 1.515 € | 1.060 € | 573 € | 3.148 € |
| 2. | 1.247 € | 1.060 € | 573 € | 2.880 € |
| 3. | 891 € | 1.060 € | 573 € | 2.524 € |
| 4. | 446 € | 1.060 € | 573 € | 2.079 € |
Die Tabelle zeigt, warum Schleswig-Holstein im Zeitverlauf an Vorsprung verliert: Der Pflegeanteil nach Zuschlag schrumpft von Jahr zu Jahr, die beiden rechten Spalten bleiben gleich. Ab dem vierten Jahr zahlt eine Bewohnerin hier mehr als in Mecklenburg-Vorpommern (1.790 €), obwohl sie im ersten Jahr nur wenig mehr zahlt.
Investitionskosten im Blick behalten
Die Investitionskosten von 573 € sind der Posten, bei dem sich Häuser in Schleswig-Holstein am stärksten unterscheiden: Neue Gebäude in Küstennähe liegen oft weit darüber, ältere Häuser im Binnenland darunter. Weil die Pflegekasse diesen Teil nie bezuschusst, lohnt bei der Heimwahl die Frage nach der genauen Höhe. Wie der Posten entsteht und welche Länder dabei helfen, steht unter Investitionskosten; die Rechnung im Ganzen erklärt Eigenanteil im Pflegeheim.
Für Familien aus Hamburg, die einen Platz im Umland suchen, heißt das: Im ersten Jahr spart Schleswig-Holstein spürbar, über viele Jahre gerechnet weniger. Wer mit einem langen Aufenthalt rechnet, sollte deshalb nicht nur den Landesschnitt, sondern die Investitionskosten des einzelnen Hauses vergleichen.